Mittlerweile ist es schon Tradition, dass das Counter-Strike-Jahr mit einem Großevent der Electronic Sports League eingeläutet wird. Zum dritten Mal in Folge findet Mitte Januar ein Turnier der Intel Extreme Masters statt. Kiew ist Schauplatz der vierten Global Challenge der laufenden IEM-Saison.
Doch obwohl vieles wie immer klingt, stehen die Vorzeichen für das erste CS 1.6-Turnier 2012 anders als in den Jahren zuvor. Denn durch die Entwicklung des designierten Nachfolgers Counter-Strike: Global Offensive und durch den schrittweisen Bedeutungsverlust des Kultspiels verdichten sich die Hinweise darauf, dass der Klassiker in sein letztes Halbjahr als wichtiges eSports-Spiel geht.
Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass das Event in der ukrainischen Hauptstadt mit großer Vorfreude erwartet wird. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich in Kiew – abgesehen vom polnischen Topteam ESC Gaming – die Creme de la Creme der europäischen Counter-Strike-Szene treffen wird. Die Absagen der Qualifikanten aus Nordamerika und Asien ließ zwei weitere Teams vom alten Kontinent nachrutschen, wodurch das Teilnehmerfeld noch hochkarätiger wurde.
Keine Favoriten in den beiden Gruppen
Nun sind beide Gruppen so gut besetzt, dass keine klaren Favoriten und Playoff-Kandidaten ausgemacht werden können. Zwar sind in Gruppe A mit SK Gaming und Natus Vincere zwei der erfolgreichsten Teams des letzten Jahres vertreten, wodurch sie als leichte Favoriten gehandelt werden können, doch auch DTS Gaming und Lions sind an einem guten Tag in der Lage, jedes Team der Welt zu bezwingen.
In Gruppe B geht der einzige deutsche Vertreter mousesports als leichter Underdog ins Rennen. Nach der Verpflichtung des dänischen Starspielers Danny „zonic“ Sörensen fehlte dem Topclan Ende des vergangenen Jahres noch Spielpraxis und Kommunikation, wodurch das Quintett die Qualifikation zur Global Challenge vorerst verpasste. Erst durch den Rückzug der nicht-europäischen Teams stand fest, dass mouz als Nachrücker nach Kiew würde reisen können.
Es ist fraglich, ob die wenigen Wochen Vorbereitungszeit schon ausreichten, um aus dem Team einen ernsthaften Titelanwärter zu machen. Mit Moscow Five, fnatic und Winfakt sind zudem alle drei Mannschaften, gegen die mousesports beim Qualifikationsturnier den Kürzeren zog, in der Gruppe B vertreten. Ein schlechtes Omen?
Grund für übermäßigen Pessimismus gibt es beim Berliner Clan trotzdem nicht. Das Team gehört nominell zweifellos zu den besten Europas, längerfristig wird sich auch die Verpflichtung das extrem spielstarken und erfahrenen zonic auf jeden Fall auszahlen – selbst wenn es in Kiew noch nicht zum großen Wurf reichen sollte. Spätestens bei der Intel Extreme Masters World Championship im März, für die sich mousesports schon vorzeitig qualifizieren konnte, dürfte das Quintett das Maximum an Leistung herausholen können.
So bleibt immer noch die Hoffnung, dass der deutsche Platzhirsch in Sachen Counter-Strike 1.6 ein Ausrufezeichen in der ukrainischen Hauptstadt wird setzen können. Sollte dies nicht der Fall sein, können sich die Fans des Klassikers trotzdem auf hochklassige Matches freuen. Bei diesem Teilnehmerfeld wäre alles andere eine riesige Überraschung.
Incounterstrike.de nimmt den möglichen 1.6-Nachfolger Global Offensive unter die Lupe











