Südkorea ist und bleibt das Mekka der Starcraft-Welt. Schon zu Zeiten von Broodwar ging an den asiatischen Spitzenspielern kein Weg vorbei, beim neuen RTS-Platzhirsch Starcraft II verhält es sich ebenso. Alle nicht-koreanischen Akteure, im Jargon normalerweise einfach „Foreigner“ genannt, haben seit jeher einen schweren Stand gegen die schiere Masse an hochklassigem Spielermaterial aus Fernost.
Dementsprechend spielten die koreanischen Clans in Starcraft II lange Zeit in einer eigenen Liga. Organisationen wie Incredible Miracle, StarTale, oGs oder MVP beherbergen meistens nicht nur einen, sondern gleich mehrere Spitzenspieler, die in der höchsten Spielklasse für Furore sorgen. Für die wichtigsten Foreigner-Clans, allen voran natürlich SK Gaming, fnatic, Evil Genuises oder auch mousesports, war in dieser Hinsicht nicht viel zu holen.
Nicht nur aufgrund des größeren Vertrauens der koreanischen Topspieler in die eigenen Landsleute konnten die europäischen und nordamerikanischen Spitzenclans bei den Stars der Szene kaum Fuß fassen. Auch finanzielle Aspekte lieferten Jang „MC“ Min Chul und seinen Kollegen lange Zeit keinen Grund, über eine andere sportliche Heimat als die koreanische nachzudenken. Für SK und Co. blieb da meist nur eine Kooperation mit Clans wie oGs, um die Topspieler auf diese Weise zumindest außerhalb Südkoreas als Repräsentanten gewinnen zu können.
Foreigner-Clans im Aufwind
Die Entwicklungen der letzten Wochen zeigen: Diese Zeiten sind vorbei. Erst machte Evil Geniuses mit der Verpflichtung von Code S-Akteur Park „JYP“ Jin Young auf sich aufmerksam, wenige Wochen später wird die Kooperation zwischen oGs und SK Gaming beendet – eigentlich keine große Meldung, hätte SK nicht im gleichen Atemzug den Starspieler und ehemaligen GSL-Champion MC von oGs abgeworben. MC ist nicht nur einer der beliebtesten Spieler der Szene mit riesiger Fanbase, er war auch das Aushängeschild seines Clans. Umso bitterer ist der Verlust für oGs – und umso aussagekräftiger ist die Tatsache, dass ab sofort eine Ikone der südkoreanischen Starcraft II-Welt für ein Foreigner-Team aufläuft.
Damit nicht genug: Auch fnatic ist drauf und dran, einen asiatischen Spitzenspieler zu verpflichten. Zwar steht die offizielle Bestätigung in dieser Hinsicht noch aus, in der Szene herrscht jedoch einhellig die Meinung vor, dass Jang „Moon“ Jae Ho in absehbarer Zeit offiziell bei der Organisation vorgestellt wird. Zwar hat Moon in Starcraft II den ganz großen Durchbruch noch nicht geschafft, aufgrund seiner Vergangenheit als einer der besten Warcraft 3-Spieler aller Zeiten ist jedoch klar, dass der 25-Jährige nicht nur aus spielerischer Sicht ein großer Gewinn sein wird.
Globaler eSport – globale Teams
Damit beweisen die Foreigner-Clans eindrucksvoll, dass sie in Bezug auf finanzielle Möglichkeiten und Reputation mittlerweile durchaus mit den Topteams aus Südkorea mithalten können. Starcraft II ist mittlerweile ein globales Phänomen geworden. Anders als noch in Broodwar sind koreanische Spitzenspieler auch außerhalb des eigenen Landes bei zahlreichen Turnieren zu sehen, was es für etwaige Sponsoren attraktiver macht, weltweit operierende eSport-Organisationen zu unterstützen.
Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der GSL-Sieger aus einem Foreigner-Team kommt. Koreanische Clans werden in Zukunft vor allem in finanzieller Hinsicht mehr zu bieten haben müssen, wenn sie mit den ausgesprochen gut aufgestellten Organisationen SK Gaming, fnatic, mousesports oder Evil Genuises langfristig mithalten wollen.
Auch in DotA 2 gibt es Veränderungen bei SK Gaming











