Dass die Topclans SK Gaming und fnatic keine großen Sympathien füreinander hegen, ist bekannt. Schon seit Jahren sind die beiden Organisationen Rivalen, im Kampf um die besten schwedischen Counter-Strike-Spieler war keiner der Clans zimperlich. Dieser Konflikt verschärfte sich im vergangenen Jahr, als der Streit um Rasmus „GuX“ Stahl eskalierte. Das Ende vom Lied: Stahl wechselte zu fnatic und hinterließ verbrannte Erde bei SK Gaming. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war das Verhältnis der beiden Organisationen angespannt.
Daran änderte sich auch in den vergangenen Monaten wenig. Ein weiterer Höhepunkt der Rivalität war das Wechseltheater zu Beginn des Jahres. SK Gaming gelang es, die beiden Starspieler Patrick „f0rest“ Lindberg und Christoffer „GeT_RiGhT“ Alesund von fnatic loszueisen und den Konkurrenten damit einen schweren Schlag zuzufügen. fnatic war gezwungen, mit jungen Spielern einen Neuanfang zu machen. Das gelang bisher nur mit Abstrichen. fnatic spielt zwar gut, ist international jedoch kein Topfavorit mehr.
In den vergangenen Tagen hat der Konflikt zwischen den Organisationen eine neue Dimension erreicht. Von Konflikt kann da schon keine Rede mehr sein, mittlerweile hat ein offener Streit das Verhältnis zwischen fnatic und SK Gaming endgültig zerrüttet. Der Grund: Topspieler Markus „Delpan“ Larsson. Selbiger steht vor einem Wechsel zu SK Gaming, absolvierte sogar schon eine Partie für seinen neuen Arbeitgeber – steht aber de facto noch bei fnatic unter Vertrag.
In der Folge hagelt es von beiden Seiten Vorwürfe gegen den Konkurrenten. SK Gaming zeigte sich von den Drohungen fnatics größtenteils unbeeindruckt. Der deutsche Clanchef Alexander T. Müller reagierte auf die Vorwürfe sogar nur mit einem provokanten „couldn’t care less, to be honest“. Der Affront war perfekt.
Fnatic pocht dagegen auf den laufenden Vertrag mit Marcus Larsson, wirft SK Gaming unprofessionelles und sogar illegales Handeln vor und droht mit rechtlichen Konsequenzen. Mittlerweile hat sich das Management der Londoner Organisation schon mit Anwälten in Verbindung gesetzt, um etwaige Schritte gegen den Kölner Konkurrenten SK Gaming zu bedenken. Der Ausgang des Ganzen bleibt ungewiss.
Fakt scheint jedoch zweierlei zu sein: Einerseits strebt Delpan mit Macht einen Wechsel zu SK Gaming an – andererseits ist er durch einen rechtskräftigen Vertrag weiterhin an fnatic gebunden. Der Streit kann folglich nur über eine Zusammenarbeit der beiden Organisationen beigelegt werden. Genau das ist die große Unbekannte: Kann das Verhältnis so weit gekittet werden, dass professionelle Ablöseverhandlungen zwischen den beiden Topclans möglich sind? Das wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden – und Aufschluss darüber geben, wie professionell zwei der wichtigsten Organisationen im eSport wirklich sind.
Fragster.de berichtet ausführlich über den Vertrags-Streit











